Die Gyulaj Forst- und Jagdwirtschaft AG
funktioniert ab dem Jahre 2005 als eine AG mit 100% staatlichem
Besitzanteil. Nach der Verstaatlichung existierte die Fortswirtschaft des
Komitates Tolna und die Jagdwirtschaft Gyulaj noch extra, aber nachdem die zwei
zu einer Firma zusammengezogen wurden, entstand die Gyulajer Staatliche Forst-
und Jagdwirtschaft AG. Im Jahre 1993 bekam sie den heute üblichen Namen und
ihre heute bekannte Stuktur. In ihrer
jetzigen Form verwaltet sie ein Jagdgebiet von 29 000 Hektar. Die Entwicklung
der vier separaten spezialen Jagdgebieten vollzog sich von der Vergangenheit an
und dauert bis heute.
Hőgyész wurde schon in den 1200er Jahren wegen der Hermelinzucht,
die dort betrieben wurde, in den königlichen Schriften erwähnt. Auf dem adligen
Großgrundbesitz der Familien Apponyi und Liechtenstein betrieb man schon
derzeit auf den waldbedeckten Gebieten Wildwirtschaft sowohl in freier Wildbahn
als auch in geschlossenen Gebieten auf hohem Niveau. Der sogenannte „Hőgyészer
Ungarischer Ochse”, der bis heute im Nationalmuseum zu sehen ist, kam auch hier
1930 mit einem Trophäengewicht von 10,60 kg zur Strecke.
Die 1930 „Hőgyészer
Ungarischer Ochse” aus Hőgyész Jagdrevier
In dem Reservat der Tamásier Försterei ist das
Damwild am bedeutendsten, das sich in der Welt zu recht einen Namen gemacht
hat. Das Damwild wurde in der letzten Eiszeit aus Europa vetrieben, und musste
mit gezielten Ansiedlungen in seinen früheren Lebensraum zurückgebracht werden.
Über die hier lebende Damwildpopulation stammen die ersten schriftlichen
Aufzeichnungen aus dem 18. Jahrhundert, aber es ist annehmbar, dass diese Art
schon früher hier gelebt hat.
Seine Blühtezeit erlebte das Gebiet während der
Herrschaft der Familie Eszterházy. Der Grundbesitz hatte zwei große, mit einer
Ziegelmauer umzäunte Wildgärten und die berühmten große Jagdveranstaltungen in
Ozora erhoben die Wildwirtschaft der Grafschaft auf ein Weltniveau.
Unglaubliche Zahlen kennzeichnen diese Jagde. Sie berichten über Strecken in
tausender Höhe, über 6000 Treiber täglich, und über ein 200 Mann starkes Team,
das die Jagd organisiert und geleitet hat.
In den 1970er Jahren haben die vom Wild
verursachten Schäden ein so großes Maß erreicht, dass entschieden wurde, dass
das ganze Gebiet umzäunt werden muss.
4 Weltrekorder Trophäen zeugen von den ertsrangigen
genetischen Gegebenheiten des hier lebenden Wildbestandes.
Das Revier in Kisszékely, das zu der Försterei
Pincehely gehört, war bis zum zweiten Weltkrieg in Privatbesitz. Die damalige
Wildwirtschaft verknüpft sich mit dem Namen der Familie Fried, die der Besitzer
der Lederfabrik war, und mit mehreren reichen Fabrikanten aus Budapest. Nachdem
das Gebiet verstaatlicht wurde, wurde es von mehreren Jagdgesellschaften
verwaltet. Sie haben die ersten
Damwildexemplare auf dem Gebiet angesiedelt, es begann mit einem ein Hektar
großen Garten im Jahre 1970-71 mit Tieren aus Gyulaj. Seit dem Jahre 1997 ist
die Gyulaj AG für diesen hochwertigen Wildbestand verantwortlich. Demzufolge
kommen jedes Jahr ausgezeichnete Dam- und Rotwildtrophäen hier zur Strecke.Das Revier Németkér, dass zur Försterei Pincehely
gehört, erstreckt sich in der sandigen ebenen Mulde des Ős-Sárvíz. Interessant
ist, dass es bis 1960 ein Agrargebiet war, das langsam unbevölkert und
verlassen war und so mit einheimischen Pappeln und Fichten bewäldert wurde. Bis
zu diesem Zeitpunkt galt es als ein Land mit Kleintieren, auf dem das größte
Tier das Reh war.
In diesem Gebiet wurde das erste Rotwild im Jahre
1958 erlegt, und infolge der planmäßigen Wildwirtschaft ist es gelungen, dass
in den 50er Jahren eine Rotwildpopulation mit ausgezeichneten
Trophäenqualitäten angesiedelt werden konnte. In den dichten neugepflanzten Jungwäldern sind
auch zu dieser Zeit die ersten Wildschweine erschienen, die sich seit dieser
Zeit überall auf dem Gebiet verbreitet haben.